Sa. 17.07.

10:00 Uhr

Galerie der Produkte

Bahnhofstr. 5
58452 Witten

Freier Eintritt

Kleine Fluchten

Ausstellung

Im März 2020 nahm uns die Pandemie fest in ihren Griff, zwang uns in die Stille auf und ließ uns nach Wegen in die innere und äußere Immigration suchen. Nun kehrt Leben und Bewegung zurück. Doch die Erfahrung der kleinen Fluchten bleibt - als ein Schatz. Denn diese Fluchten machen den Menschen widerstandsfähig in einer unwägbaren Zukunft. Vier Künstlerinnen haben sich mit sehr unterschiedlichen Zugängen mit dem Thema »Kleine Fluchten« befasst und wollen ihre Werke in der »Galerie der Produkte« ausstellen. Die Innenstadt ist ein Ort, an dem früher Hektik herrschte. Doch neue Zeiten schaffen neue Möglichkeiten und so darf nun in der Stadt verweilt werden. Kunst kann Sehnsüchte verbindlichen und Abstand zu scheinbareren Dringlichkeiten gewinnen lassen. Damit hat sie das Potential zum Persppektivwechsel. Kunst hat Veränderungskraft. Durch kleine Fluchten treten wir ein in neue Möglichkeiten.

Ruth Sommerhoff (Kunstakademie Düsseldorf)
Sie nähert sich dem Bild offen, intuitiv und meditativ. Die malerische Haltung ist ähnlich einer Meditationshaltung. Es entstehen Farbklänge ähnlich einer Landschaft, die zu einer kleinen Meditation des Auges im Alltag einladen. Der auf das alltägliche gerichtete Blick auf die Umgebung findet im Bild Ruhe - eine kleine Flucht.

Birgit Bessler (Kunstakademie Münster)
Kleine Fluchten sind in der Kunst Verdichtungen des Augenblicks. Birgit Bessler macht solche Verdichtungen auf großformatigen Leinwänden sichtbar, offen und nicht festgelegt, frei und atmend. Die Frische ihrer lichten Werke ist wie ein Windhauch, eine zarte Sinnlichkeit, die trotz der Sanftheit Zugkraft hat.

Birti Gold (Kunsttherapeutin)
In der Ästhetik eines Instagram Posts schafft Birti Gold bunte und opulente Selbstinszenierungen, die die Weite des Himmels, das Meer, den Traum vom Fliegen auf farbenprächtige Weise mit dem Ich in Verbindung bringen. Die Bilder mit manchmal auf den ersten Blick gar nicht erkennbaren teilanimierten Bereichen wecken Fernweh und lassen Sehnsuchtsorte im Kopf entstehen. Zu sehen sind die Animationen auf einem Fernsehbildschirm in Dauerschleife.

Andrea Kunert (Autodidaktin)
Insekten sind Kunstobjekte, unwirkliche Wesen in einer Welt, die für sie mehr und mehr zur Bedrohung wird. Andrea Kunert schenkt ihnen eine Plattform, auf der sie für einen Moment die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen. Sie zeigt diese Zwischenwesen so, wie sie im öffentlichen Raum nur sehr selten zu sehen sind und sich manchen Menschen nie offenbaren. Die Makroaufnahmen machen auf die Artenvielfalt in unserer Stadt aufmerksam.